Jeans-Upcycling-Kissen mit Chevron-Patchwork

Jeans-Upcycling-Kissen mit Chevron-Patchwork-Tutorial

Wenn ich anderen erzähle, dass ich meine Kleidung selbst nähe, höre ich manchmal: „Echt? Da kannst Du mir ja mal was nähen. Ich kann nämlich nur Kissenbezüge.“ Ich antworte dann: „Ja klar, wenn Du mir dafür einen neuen Kissenbezug nähst.“ Darauf ist noch keiner eingegangen, obwohl das doch wohl echt ein guter Deal wäre. Na gut, nähe ich meine Kissenhüllen halt selber.

Jeans-Upcycling-Kissen mit Chevron-Patchwork

Allerdings habe ich mir gerade eine kleine Stoffdiät verordnet. Daher versuche ich nach und nach alle Stoffreste, die sich in diversen Kisten um mich herum stapeln, zu verwenden – und die ganzen alten Klamotten, die ich im Hey-Nicht-wegschmeißen-Ich mache-daraus-ein-cooles-Refashion-Teil-Wahn aufgehoben habe. Darunter sind auch einige Jeans. Drei davon habe ich zerschnippelt und zu Patchwork-Kissen verarbeitet. Die alten Patchwork-Hasen unter Euch können jetzt wegklicken. Aber weil Patchwork für mich absolutes Neuland war und ich so begeistert von meinem Erstlingswerk bin, kommt jetzt eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung für so ein Jeans-Kissen mit Chevron-Muster.

Schritt 1: Streifen schneiden

Für mein 50×50 cm großes Kissen habe ich drei Jeans (=Farben) in Streifen mit je 11,8 cm Breite + Nahtzugabe geschnitten. Natürlich gehen auch mehr oder weniger Farben bzw. breitere oder schmalere Streifen. Und wer mit nem Rollschneider umgehen kann: Bitte schön. Da bin ich raus.

Bei mir hat jeweils ein Hosenbein gereicht. Waren aber auch eher lange und weitgeschnittene Jeans. Im Zweifelsfalls zerschneidet erst mal nur eins und schaut dann nach Schritt 4, ob das andere auch dran glauben muss.

Schritt 2: Streifen zusammennähen

Je ein Streifen einer Farbe wird mit jeder der beiden anderen der Länge nach zusammengenäht. Also A+B, B+C und C+A. Nehmt dafür am besten eine Jeans-Nadel oder eine andere starke Nadel. Später geht es noch durch ein paar Lagen mehr, da ist Stabilität von Vorteil.

Schritt 3: Bügeln, bügeln, bügeln

Gut gebügelt ist halb genäht und hier ganz besonders wichtig. Bügelt die Nahtzugaben richtig ordentlich auseinander. Das macht die Verarbeitung später leichter und das Ergebnis viel schöner.

Schritt 4: Quadrate schneiden

Die Streifen werden nun in Quadrate geschnitten. Die Kantenlänge ist 23,6 + Nahtzugabe. Im Idealfall habt Ihr von jeder Kombination 5-6 Quadrate. Damit gibt es zwar viel Verschnitt, was ich bei einem Upcycling-Projekt verschmerzen könnte. Es reichen aber auch 4 Quadrate der einen Farbkombi und jeweils 2 der anderen beiden aus. Allerdings müsstet Ihr dann von jeder Farbe noch einige Streifenreste haben.

Schritt 5: Muster anordnen

Dreht Eure Quadrate um 45 Grad und ordnet sie an wie in der Grafik. Jetzt kann man das Zickzack-Muster schon erkennen. Durch die Waschung der Jeans gibt es Farbverläufe, die durch das Zerschneiden unterbrochen wurden. So kann es passieren, dass Teile der gleichen Jeans aneinander stoßen, die nicht ganz den gleichen Farbton haben. Wenn es Euch zu sehr stört, könnt Ihr probieren, Quadrate der gleichen Jeanskombi auszutauschen.

Der grüne Rahmen zeigt an, welcher Teil später tatsächlich für das Kissen benötigt wird. Dort wo nur ein kleines Dreieck hineinragt, kann also auch statt eines ganzen Quadrats ein Stoffrest verwendet werden.

Schritt 6: Quadrate zu Streifen nähen

Näht die Quadrate streifenweise aneinander. Auch hier wieder die Nahtzugabe schön auseinander bügeln. Am besten lasst Ihr die Quadrate, die gerade nicht unter der Nadel sind, so liegen, wie ihr sie angeordnet habt. Dann kommt nichts durcheinander.

Schritt 7: Streifen zusammensetzen

Jetzt die Streifen versetzt zusammennähen. Dabei darauf achten, dass die vorhandenen Nähte exakt aufeinander treffen. Kleiner Tipp, falls es nicht so ganz passt: Hauptsache in der Mitte ist alles perfekt. Eventuelle Ungenauigkeiten lassen sich am Rand ganz gut vertuschen (dumdidum). Und zum guten Schluss – wer hätte es gedacht – die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Fast fertig!

Schritt 8: Kissen nähen

Das so entstandene Patchwork kann jetzt auf x-beliebige Art zum Kissen weiterverarbeitet werden. Ich habe die Rückseite mit einem sogenannten Hotelverschluss gemacht, also zwei sich überlappenden Stoffstücken. Reißverschluss oder Knöpfe gehen aber auch.

Extratipp:

Natürlich könnt Ihr auch Vorder- UND Rückseite aus dem Patchwork machen. Oder mehrere Kissen. Oder eine ganze Decke. Setzt dann einfach das Muster entsprechend fort.

 

Viel Spaß beim Schrankleernähen!

 

Christine

 

PS: Es gibt gefühlt noch 83 andere Arten, Chevron-Patchwork zu nähen. Diese habe ich bei Ringelmiez gefunden.

PPS: Für das andere Kissen habe ich mir ein Tangram-Spiel als Vorlage genommen, auf 50 x 50 gezeichnet und in die Einzelteile geschnitten. Diese dann mit Nahtzugaben aus den anderen drei Hosenbeinen zugeschnitten und zusammengenäht. Zwischendurch ordentlich gebügelt.

Jeans, Garn und Nadeln

1 Kommentar zu “Jeans-Upcycling-Kissen mit Chevron-Patchwork-Tutorial

  1. Claudia

    Tolle Anleitung – toll geschrieben. Ich habe kaum Erfahrung mit Patchwork-Nähen und kann mit dem Rollschneider nicht umgehen… 😉 . Vielleicht versuche ich mich mal daran.

    Hab einen schönen Sonntag und sei lieb gegrüsst,

    Claudia

    PS. Ach ja, die Kissen sind sehr schön!

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