Schlagwort: Hose

Eine gelbe Jeans und eine Gewissensfrage

Eine gelbe Jeans ist ja eigentlich ein ganz unverfängliches Kleidungsstück. Mich allerdings hat sie in tiefe Gewissenskonflikte gestürzt. Gelb und ich haben ein gespaltenes Verhältnis. Als Kind war es meine absolute Lieblingsfarbe. Ich warte seit Jahren darauf, dass IKEA diese tolle gelbe Deckenlampe wiederauflegt, die damals in meinem Zimmer hing. Als Teenager besaß ich eine gelbe Polyesterstretchhose im Batiklook, die ich wahnsinnig cool fand (So war das halt in den Neunzigern. Auf dem Land.). Später gab es dann etwas stilvollere Gürtel, Taschen, Schuhe in Sonnengelb, Neongelb, Zitronengelb. Zwischendurch auch mal ein T-Shirt, das sich aber nicht so gut mit meiner Gesichtsfarbe vertrug und deshalb umgefärbt werden musste. Was allerdings meine Begeisterung für Gelb nicht trübte.Weiterlesen

No Beige-Bashing! Oder: Eine Hose mit Hindernissen

Beige-Chinohose-3-Schneidersitz

Als Selmin Anfang Februar Beige zur aktuellen Farbe bei den 12 Colours of Handmade Fashion erklärte, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Weil ich aber auch nicht kneifen wollte, dachte ich mir eine superschlaue Strategie aus: Einfach etwas nähen, das schnitttechnisch so herausfordernd ist, dass die Farbe zur Nebensache wird. Soviel vorweg: Die Strategie ist aufgegangen. Dass meine neue Hose beige ist, war am Ende wirklich mein geringstes Problem. Allerdings könnte es sein, dass ich von nun an bis an mein Lebensende Schreikrämpfe bekomme, wenn ich auch nur das Wort „Beige“ höre, weil es jetzt für immer untrennbar mit diesem nervenzehrenden Projekt verbunden sein wird. Zur Vorbeugung starte ich jetzt direkt mal mit dem therapeutischen Schreiben. Weiterlesen

Musterschülerin. Oder: Warum meine neue Bluse lieber eine Hose sein wollte.

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Ich habe eine Art Musterphobie. In meinem Kleiderschrank gibt es fast nur Einfarbiges – abgesehen von Streifenshirts (Aber das zählt nicht, oder?) und ein paar sehr dezenten Ton-und-Ton-Mustern. Obwohl mir gemusterte Kleidungsstücke eigentlich oft gut gefallen – auf dem Bügel, oder an anderen. Aber an mir? Schwierig. Allerdings versuche ich gerade mich selbst zu therapieren. Neulich fand ich bei Stoff und Stil in Köln diesen sehr schönen Viskose-Webstoff mit blau-weißem Rauten-Muster. Perfekt für eine Bluse, dachte ich mir. Zuhause vor dem Spiegel drapierte ich ihn dann noch mal um meine Schultern und begann zu zweifeln. Vielleicht doch ein bisschen viel, irgendwie erschlägt dich das. Vielleicht wenn keine Ärmel dran sind? Und der Ausschnitt tiefer? Oder ich mach ’nen Kimono draus, dann kann ich noch was Einfarbiges drunter tragen? Ich grübelte ein paar Wochen lang, bis mir dann neulich an den heißen Tagen auf der Straße immer mal wieder Frauen in bunt gemusterten Hosen auffielen. Damit konnte ich mich dann schon mehr anfreunden.Weiterlesen