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Mélodie, Moderegeln und Mädchenfreundschaften. Über ein Jerseykleid

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Mélodie und ich lernten uns im Frühjahr kennen. Aus einer eher zufälligen Begegnung und anfänglichen Vorurteilen ist mittlerweile eine enge Freundschaft geworden. Wie es dazu kam:

Für die warmen Tage wollte ich mir ein schönes leichtes Kleid nähen. Mélodie war eigentlich nur das Probekleid, genäht mit einer großen Portion Skepsis. Obwohl ich auf Probekleider sonst in der Regel verzichte (nicht aus Faulheit, sondern weil ich es langweilig finde, zweimal hintereinander das Gleiche zu nähen), hatte ich mich dieses Mal doch für eine Testvariante entschieden. Das lag zum Teil daran, dass ich mich – wie bei jedem Kleiderschnitt – zwischen drei Größen bewegte und die Erfahrungsberichte, die ich zu diesem speziellen Schnitt fand, die Entscheidung auch nicht leichter machten.

Der eigentliche Grund meines Zögerns aber war – und jetzt kommen wir zu einem für viele sicher schockierenden Bekenntnis: …hinsetzen, tief durchatmen, weiterlesen…

Sport ist ihr Hobby

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Für das S bei den 12 letters of handmade fashion gab es bei mir nur eine Option: Sportsachen! Beim Sport hat ja jeder so sein Motto: „Dabei sein ist alles.“ „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ „Sport ist Mord.“ Mein Motto ist: „Man sollte nie sportlicher aussehen als man ist.“ Manchmal sehe ich Leute, die vom Stirnband bis zu den Socken in die neueste superstylische Kollektion von Ausrüster XY gehüllt sind, dazu wahlweise noch Hightech-Schuhe, Hightech-Laufuhr, Hightech-Fahrrad oder Öko-fairtrade-Yogamatte. Wenn’s dann ans Bewegen geht, zeigt sich, dass ein schickes Outfit regelmäßiges Üben nicht ersetzen kann.
Da ich das mit dem regelmäßigen Üben aber auch nicht so genau nehme, setze ich gerne auf etwas Understatement beim Sportoutfit. …weiterlesen…

Musterschülerin. Oder: Warum meine neue Bluse lieber eine Hose sein wollte.

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Ich habe eine Art Musterphobie. In meinem Kleiderschrank gibt es fast nur Einfarbiges – abgesehen von Streifenshirts (Aber das zählt nicht, oder?) und ein paar sehr dezenten Ton-und-Ton-Mustern. Obwohl mir gemusterte Kleidungsstücke eigentlich oft gut gefallen – auf dem Bügel, oder an anderen. Aber an mir? Schwierig. Allerdings versuche ich gerade mich selbst zu therapieren. Neulich fand ich bei Stoff und Stil in Köln diesen sehr schönen Viskose-Webstoff mit blau-weißem Rauten-Muster. Perfekt für eine Bluse, dachte ich mir. Zuhause vor dem Spiegel drapierte ich ihn dann noch mal um meine Schultern und begann zu zweifeln. Vielleicht doch ein bisschen viel, irgendwie erschlägt dich das. Vielleicht wenn keine Ärmel dran sind? Und der Ausschnitt tiefer? Oder ich mach ’nen Kimono draus, dann kann ich noch was Einfarbiges drunter tragen? Ich grübelte ein paar Wochen lang, bis mir dann neulich an den heißen Tagen auf der Straße immer mal wieder Frauen in bunt gemusterten Hosen auffielen. Damit konnte ich mich dann schon mehr anfreunden. …weiterlesen..