Kategorie: Nähen

Jumpsuit Astrid – something new, something blue

Overall Astrid

In den letzten Jahren habe ich auf vielen Hochzeiten getanzt und dafür viele Kleider genäht. Mit keinem war ich so richtig zufrieden. Als dann vor ein paar Monaten wieder eine Einladung eintraf, erinnerte ich mich an den Overall, den eine Freundin bei der letzten Hochzeit getragen hatte. Vielleicht wäre das ja eine Alternative? Während ich noch darüber nachdachte, stieß ich auf den Schnitt Astrid der französischen Designerin Coralie Bijasson und war verliebt.


Leider gibt es Astrid nur auf Papier, nicht als PDF. Die Post aus Frankreich kam aber superschnell an und war so schön verpackt, dass ich direkt für die relativ hohen Versandkosten entschädigt wurde.
Der Schnitt ist eigentlich ganz schlicht und geradlinig. Durch die leichte Kräuselung an der Schulter und die langen, weiten Beine wirkt er aber zugleich auch feminin. Ich hatte sofort eine Version aus dunklem, fließenden Stoff vor Augen. Bei Stoff & Stil habe ich dann einen dunkelblauen Viskosekrepp gefunden, der ganz leicht schimmert und so dem Ganzen den nötigen Glamour verleiht. Entgegen aller Befürchtungen ließ er sich sehr gut und ohne Flutschzwischenfälle verarbeiten.


Man kann Astrid auch mit Ärmeln ausstatten. Für eine Sommerhochzeit fand ich aber die ärmellose Variante am schönsten.


Die Anleitung ist (wie auch die Website) nur auf Französisch, aber mit einigen Illustrationen. Wer schon einmal eine Knopfleiste und eine verstürzte Rückenpasse genäht hat, dürfte aber auch ohne größere Sprachkenntnisse verstehen, was zu tun ist. (Eine Liste mit Übersetzungen der wichtigsten französischen Nähvokabeln hat die liebe Fredi von Seemannsgarn übrigens vor Kurzem zusammengestellt.  Sehr hilfreich! Nur eins fehlt: Overall = Combinaison)


Der Jumpsuit war wirklich schnell genäht. Schon bei der ersten Anprobe wusste ich: Den will ich heiraten. Mit diesem guten Gefühl legte ich das fast fertige Stück dann erstmal zur Seite. Ich musste nur noch die Hosenbeine säumen und die Knöpfe annähen. Das kann man ja auch noch am Abend vorher machen. … Man sollte dann aber sichergehen, dass man genug Knöpfe hat. Sonst steht man nämlich am Abend vor der Hochzeit da und muss kalkulieren, ob es zu schaffen ist, auf dem Weg zur Kirche noch im Stoffladen vorbeizufahren (in einem mit Sicherheitsnadeln zusammengehaltenen Overall), die fehlenden drei Knöpfe zu kaufen und anzunähen. Äußerst knapp. Da ich es noch nicht beherrsche gleichzeitig ein Auto zu steuern und Knöpfe anzunähen, habe ich davon abgesehen und kurzerhand eine Bluse aus dem Schrank als Kurzwarenquelle missbraucht (Sorry Elsa!).


Astrid hat sich dann aber als optimale Hochzeitsbegleitung erwiesen. Zugeknöpft bei der Trauung, etwas offenherziger bei der Party. Sehr tanzfreudig.
Vor lauter Feiern habe ich es gar nicht geschafft, vernünftige Fotos zu machen. Das musste ich dann zuhause nachholen. Entweder bin ich in der Zwischenzeit geschrumpft oder der Jumpsuit hat sich beim Tragen, Waschen, Trocknen ausgehängt. Auf jeden Fall muss ich ihn nun noch einmal kürzen (Die Sandalen auf diesen Bildern habe 8 cm hohe Absätze, mehr kann ich nicht.)


Ich glaube, mein nächstes Hochzeitsgastkleid wird wieder ein Overall.

Schöne Grüße
Christine

PS: Weiter geht die Party bei RUMS.

Schnitt: Astrid von Coralie Bijasson
Stoff: Viskose-Krepp von Stoff & Stil in Dortmund

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