Wie man aus einem weißen Shirt eine echte Herausforderung macht – Split-Back-Kimono-Shirt

Das war ja klar: Nach „Och, Weiß. Ist ja einfach.“ folgte ein „Oh, Weiß. Weiß ich jetzt auch nicht.“ Klar hätte ich für die 12 Colours of Handmade Fashion von Tweed & Greet diesen Monat einfach noch eine weiße Bluse oder noch ein weißes T-Shirt nähen können. Aber es soll ja eine Challenge sein. Und weil ich Herausforderungen liebe, wollte ich eben nicht etwas, das schon in x-facher Variation im Kleiderschrank hängt.

Aber was? Hosen: Nee danke, davon hatte ich dieses Jahr schon genug. Kleider: Hmm, sieht so schnell nach Hochzeit aus. Röcke: Da hatte ich mal ’nen weißen, den ich nie angezogen habe… Schließlich kam ich auf die fixe Idee, dass es ein Cardigan sein müsste, aus schönem weißen Strick. Ich sah ihn schon vor meinem geistigen Auge. Leider nur dort. Denn sämtliche Stoffläden in der Nähe hatten ihre Strickwaren wohl schon für den Herbst eingemottet. Auch in der großen weiten Internetwelt konnte ich nichts finden, das meinen (wirklich nicht sooo speziellen) Vorstellungen entsprach. Während der 27. immer näher rückte, brach der Sommer aus und ich fragte mich plötzlich, warum ich bei 27 Grad im Schatten eigentlich einen Strickmantel brauche. Eine Bluse wäre deutlich angemessener. Oder ein T-Shirt. Oder ein Blusenshirt. Ein sommerlich-leichtes Oberteil halt.

Also wieder zurück zu den Klassikern. Um aus dem simplen Shirt doch eine kleine Herausforderung zu machen, habe ich mir noch drei kleine Spezialhürden eingebaut:

1. Schwarze Punkte. Mag für die meisten jetzt nicht so spektakulär sein. Aber Muster gibt’s bei mir nur seeehr selten und Schwarz noch viel seltener.

2. Flutschige Viskose. Muss ich nichts weiter zu sagen, oder?

3. Pattern Hack. Damit das Shirt nicht so ganz basic ist, wollte ich gerne einen besonderen Rückenausschnitt mit zwei Lagen. Auf Englisch nennt man so etwas wohl Split Back. Aber in der Übersetzung „Gespaltener Rücken“ klingt das ein wenig beunruhigend. Kennt jemand einen besseren Begriff?

Da ich keinen passenden Schnitt zur Hand hatte, habe ich ein Kimono-Shirt aus der Ottobre abgeändert. Dort sind die beiden Rückenteile eigentlich ganz konventionell in der hinteren Mitte zusammengesetzt. Ich habe sie im oberen Bereich aber symmetrisch bis zur Schulternaht ergänzt, so dass sie doppelt liegen. Nach unten hin habe ich eine Kurve gezogen, so dass die Teile schmaler werden und sich eine kleine Lücke dazwischen auftut. Nur eine kleine Lücke, da ich das Shirt auch bei der Arbeit tragen möchte, ohne gleich den ganzen Rücken freizulegen. Beim nächsten Mal wäre ich wahrscheinlich weniger zaghaft, da der Effekt schon sehr dezent ist, aber für den ersten Versuch finde ich es ganz in Ordnung. An der Stelle, wo die eingefassten Kanten der Rückenteile auf den Halsausschnitt treffen, sieht es ein bisschen knubbelig aus. Da muss ich mir noch eine bessere Lösung einfallen lassen.

Zwei weitere Herausforderungen stellten sich dann erst im Nachhinein heraus:

4. Mehrlagige Shirts anzuziehen ist gar nicht so einfach. („Äh, wo gehört das denn jetzt hin?“)

5. Weiße Shirts auf weißem Hintergrund mit dunklen Sachen zu fotografieren übersteigt meine fotografischen Fähigkeiten. Wenn Ihr trotzdem mal sehen wollt, wie gut sich das gespaltene Shirt kombinieren lässt: Weiter unten gibt’s die Bilder dazu (mit lauter selbstgenähten Unterteilen, yeah!) .

Schöne Grüße

Christine

PS: Ich bin ganz gespannt, wer sich den echten Herausforderungen in Weiß gestellt hat: Ob es auf Tweed & Greet heute wohl Hochzeitskleider zu sehen gibt?


Etwas in Weiß

Shirt, neu genäht
Schnitt: Nr. 13 Kimono Viskosetop aus Ottobre Woman 2/2016, mit veränderter Rückenpartie
Material: Viskose-Webstoff von Javro in Herten

Die Kombinationen

Outfit mit weißem Shirt und rotem RockFarbpalette Weiß, Rot, Grau, Gold

 

 

Rock: selbstgenäht, hier gezeigt; Schuhe: Görtz; Tasche: vom Flohmarkt

Outfit mit weißem Shirt und blauer KarohoseFarbpalette mit Weiß, Blau und Schwarz

 

 

Hose: selbstgenäht, hier gezeigt, Schuhe: Görtz, Cardigan: s.Oliver; Kette: vergessen


 

 

Jeans: selbstgenäht, hier gezeigt, Schuhe: Tamaris; Kette: Turina / Hej Store, Dortmund

23 Kommentare zu “Wie man aus einem weißen Shirt eine echte Herausforderung macht – Split-Back-Kimono-Shirt

  1. Liebe Christine,
    gestern ist mir schon dein Teaser auf Instagram ins Auge gestochen! Dein Patternhack gefällt mir echt gut, die Punkte sind genau meins!!! Ach ja und deine Outfit-Kombi-Fotos mag ich immer sehr gerne. 🙂
    Liebe Grüße
    Julia

  2. Da ist dir ein hübsches Teil gelungen!!! Ganz schlicht, aber doch oho!

  3. Dein Shirt ist wunderbar geworden, du hast alle Herausforderungen offensichtlich mit Bravour gemeistert! Und ich muss jetzt gleich mal schauen, ob ich das genannte Ottobre-Heft im Regal finde…
    Liebe Grüße! Karin

    • Christine

      Danke, liebe Karin! Falls Du das Heft nicht findest: Ich glaube, das müsste so auch mit jedem anderen schlichten Shirt-Schnitt klappen.
      Schöne Grüße
      Christine

  4. Liebe Christine,
    ich mag deine Version des Shirts sehr und finde es toll, dass du dir so eine Rafinesse hast einfallen lassen! Deine Outfit-Kombinationen sprechen mich sehr an und inspirieren zum Nachmachen 😉
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Stephie

    • Christine

      Liebe Stephie,
      vielen Dank! Das freut mich sehr, wenn meine Outfit-Varianten eine kleine Anregung sind.
      Schöne Grüße
      Christine

  5. Eine tolle Bluse, ein gelungener Hack und schöne Outfitfotos.
    Zudem bin ich beruhigt, dass auch Du Probleme beim Fotografieren hattes. Drinnen ging es ja noch, aber draußen war eine Katastrophe.
    Liebe Grüße,
    Julia

    • Christine

      Dankeschön! Und gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die mit der Kamera kämpft – oder mit der Sonne 😉
      Liebe Grüße
      Christine

  6. Liebe Christine,
    Kompliment zu dieser äußerst gelungenen textilen Rückenspalte:-D Im Ernst, ein sehr hübsches feines Detail hast Du Dir da für Deine Bluse gezaubert! Und das dezente Pünktchenmuster geht glatt als Unifarbe durch! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Bloglayout und wunderbaren Logo übrigens! Hab ein tolles Wochenende und Liebste Grüße, Selmin

    • Christine

      Danke, liebe Selmin! Mit dem Fast-Nicht-Muster kann ich mich tatsächlich ganz gut arrangieren.
      Die Idee für das Logo ist übrigens neulich auf der Bahnfahrt von Köln nach Dortmund entstanden, als ich beim Kritzeln feststellte, dass meine anatomisch nicht ganz korrekten Schneidersitz-Strichmännchen irgendwie mehr nach Kleiderbügel aussahen. 😉
      Schöne Grüße
      Christine

  7. Die besondere Rückansicht deines Shirts gefällt mir und ist bestimmt schön luftig; tolle Idee.
    LG von Susanne

    • Christine

      Oh ja, ich hatte es dieses Wochenende bei dem schönen Wetter schon an und es ist sehr angenehm leicht. Nur bei stärkerem Wind wurde dann doch mehr freigelegt als geplant 😉 Da muss ich wohl noch ein paar Fixierstiche anbringen…
      Liebe Grüße
      Christine

  8. Ich kann mich den Vorrednerinnen nur anschließen – die Bluse ist toll geworden. Und die Rückenansicht ist natürlich der Hingucker schlecht hin.
    Und deine Flatlays sind wie immer spitze.
    Liebe Grüße Miriam

  9. Deine Idee und die Umsetzung gefällt mir richtig gut. Ja hatte zuvor auch so einige Idee…erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. 😉 Danke diese schöne Inspiration…
    Liebe Grüße Bianca

  10. Liebe Christine,
    da ist dir wieder eine tolle Bluse gelungen!
    Und deine Fotos mit den Kombinationsmöglichkeiten gefallen mir jedes Mal sehr gut.
    Sonnige Grüße Marion

  11. Was für eine coole Idee! Danke für diese Inspiration, das ist wirklich ein außergewöhnlich schönes Oberteil …
    Liebe Grüße von Doro

  12. Dein Shirt ist ja wahnsinnig vielseitig! Vielleicht sollte ich mir daran mal ein Beispiel nehmen, irgendwie nähe ich eher Sachen, wo es dann nur einen passenden Deckel zu gibt 😀
    Sehr cool abgeändert, ich hätte mich wohl nicht getraut frei nach Schnauze zu ändern. Ich klebe doch noch sehr an Schnittmustern 😀
    Viele Grüße
    Marta

  13. Tolle Idee, aus einem einfachen SHirt noch was besonderes zu machen. Gefällt mir richtig gut 🙂
    Grüssle. Birgit

  14. Ich finde dieses Shirt auch ganz ganz toll! Durch das dezente Muster und die „Rücken-Spalte“ (das hört sich noch gruseliger an, oder? *lach*) finde ich einen tollen Effekt. So kann man einem normalen, bürotauglichen Shirt das gewisse Etwas verleihen.
    Bin sehr begeistert 🙂
    Viele liebe Grüße von Wiebke

  15. Super hübsch – der Rücken ist Toll!
    Lg, Anke

  16. Ich bin total begeistert – als Dalmatiner-Mama liebe ich das Punkte-Muster!

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