Live, Laugh, Lodenjacke

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Es ist ja wissenschaftlich nachgewiesen, dass beim Sport Glückshormone ausgeschüttet werden und man sich danach ganz entspannt, optimistisch und zufrieden fühlt. Dummerweise aber eben erst danach und nicht schon vorher, wenn man so einen kleinen Motivationsschub ganz gut gebrauchen könnte, um sich überhaupt zum Training aufzuraffen. Vor ein paar Tagen habe ich nun endlich ein Mittel gefunden, durch das ich jetzt auch an kalten, nebligen, regnerischen Abenden gerne aufs Fahrrad steige, um zum Sportkurs zu fahren, – und selbst platte Reifen und tieffliegende Tauben meine Stimmung nicht trüben können. Man braucht dazu einfach … eine Jacke.

Eine Jacke, die man in bester Gesellschaft genäht hat und die bei jedem Tragen an die schöne Zeit erinnert, in der sie entstanden ist. So eine Jacke ist meine neue Winterfahrradjacke, die ich am ersten Dezemberwochenende beim Meet & Sew in Berlin genäht habe. Gemeinsam mit 15 anderen Nähnerds drehte sich dort alles um Nähen, Stricken, Schnitte, Stoffe und den letzten Buchstaben der 12 letters of handmade fashion – das L. Organisiert wurde das Treffen von Selmin (Tweed & Greet) und Fee (Fairy likes), in einem tollen Raum, mit liebevoller Dekoration, leckerem Essen, netten Gesprächen und einfach einer ganz zauberhaften Atmosphäre. Schöne Eindrücke und Bilder findet Ihr bei Fredi (Seemannsgarn), Bine (Das kleine Effchen) und Katha (Bananenmarmelade).

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Weil ich schon ahnte, dass ich vor lauter Quatschen und Kaffeetrinken nicht ganz so schnell sein werde wie am Nähtisch zuhause, hatte ich mir einen Schnitt ausgewählt, den ich schon einmal genäht hatte und bei dem ich keine Komplikationen befürchten musste. Die Jacke Jerika von Prülla hängt schon in einer vielgetragenen Version aus blau-schwarzem Wollstoff in meinem Schrank. Für mich ist sie die fast perfekte Alltagsjacke (neben dem schicken Büromantel).

Allerdings trage ich im Winter lieber hellere Kleidung, wenn ich auf dem Rad unterwegs bin. Deshalb sollte es für das L-Projekt eine llleuchtende Jacke werden. Die Suche nach dem richtigen Stoff in der richtigen Farbe gestaltete sich schwieriger als erwartet, aber schließlich konnte ich mit dem hellblauen Walkloden von Alfatex einen guten Kompromiss finden. Keine 24 Stunden vor der Abreise nach Berlin habe ich dann noch beim frisch eröffneten Stoff & Stil in Dortmund den passenden Baumwollstoff zum Füttern und Kunstleder für die Details gefunden. L wie Loden und Leder – läuft.

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Hinsichtlich der Passform gab es kaum Änderungen. Am Rücken, den Taschen und den Ärmeln habe ich Paspeln aus dem hellen Leder ergänzt – also einfach 3 Zentimeter breite Streifen in entsprechender Länge längs gefaltet und zwischengefasst. Auch die Ellbogenflicken sind aus dem Leder – durch zwei sich kreuzende Nähte fixiert und dann einmal mit Zickzackstich ringsum.
In der Anleitung für Jerika wird der Reißverschluss innen mit einem Nahtband verdeckt. Da das bei mir aber immer etwas unsauber gerät, habe ich einen Beleg aus dem Karostoff ergänzt, der man Kapuzenfutter befestigt und mit den Reißverschlusskanten und am Saum verstürzt wird.

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Nach dem ersten Meet & Sew-Tag lag ich gut in der Zeit und habe erst mal gemütlich mit den anderen Mädels geplaudert, bis es dann am Ende doch etwas knapp wurde. Ich wollte aber unbedingt noch fertig werden und die Gelegenheit nutzen, dass genug freiwillige Fotografinnen bereitstanden. Deshalb habe ich dann schnell noch mit der Maschine statt von Hand gesäumt, die zu langen Ärmel ignoriert und vergessen, dass ich noch eine Lederkordel für die Kapuze anfertigen wollte. Zuhause habe ich das dann noch nachgeholt – auf den Fotos müsst Ihr es Euch dazu- bzw. wegdenken.

Die Bilder hat übrigens Kira von the couture  gemacht (die sich an dem Wochenende zwei wahnsinnig schöne Stücke nach eigenen Schnitten genäht hat). Obwohl uns bei den eisigen Temperaturen Finger und Gesichtszüge einfroren, war es ein großer Spaß. Danke, Kira!
Und danke auch an alle anderen, die dabei waren, für eine schöne, lustige, inspirierende und motivierende Zeit. Und danke dafür, dass ich Euretwegen jetzt mit einem Lächeln im Gesicht durch nasse, dunkle Straßen radle.

L wie liebste Grüße

Christine

PS: Eine lange Liste mit L-Projekten gibt es am 31. Dezember auf Tweed & Greet. (Wo wir schon mal beim Dankesagen sind: Danke allen, die 12 letters of handmade fashion zu so einer schönen Aktion gemacht haben, bei der ich jeden Monat viele Ideen für meine To-Sew-List gefunden habe! Ich bin gespannt, was Du Dir fürs nächste Jahr ausdenkst, Selmin.)

Und die Wochendosis Inspiration gibt es wie jeden Donnerstag bei RUMS.

6 Kommentare zu “Live, Laugh, Lodenjacke

  1. Die Jacke ist sehr schön geworden! Und Hellblau ist sowieso eine meiner Lieblingsfarben. Das Karofutter in der Kapuze macht sich sehr gut dazu!

  2. Love! Sehr schöne Loden-Leder-Jacke.
    Und ich bereue immer mehr, dass ich es nicht nach Berlin geschafft habe…
    Liebe Grüße,
    Sandra

  3. Tolle Jacke! Klasse verarbeitet und die Farbe ist wunderschön!
    LG
    Astrid

  4. Gefällt mir gut, auch die Farbe – meine Lieblingsfarbe zu dunklem Braun! Toll!

  5. Whoooow!! Klasse! Hab’s grad auf Pinterest gefunden und. in begeistert. Liebe Grüße Danie/ Prülla

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