Mint – die Farbe der Vernunft

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Am vergangenen Wochenende habe ich die Heizung wieder angestellt und die dicken Wollpullis hervorgeholt. Draußen wird es langsam dunkler und grauer. Zeit, den Kleiderschrank auf Herbst umzustellen. Schon im letzten Jahr habe ich diese Zeit für eine große Klamottenkur genutzt – inspiriert von vielen Capsule Wardrobe-Ideen (Sophie hat einige davon dankenswerterweise kürzlich zusammengestellt und macht sich auf er, sie & es überhaupt viele kluge Gedanken zum „aufgeräumten“ Nähen) und nicht zuletzt durch die #myessentials von Elke  (Elle Puls), Lena (fantantisch) und Sindy (Mein gewisses Etwas), für die schon eine neue Runde angekündigt ist, auf die ich mich sehr freue.

Der Inhalt meines Kleiderschranks wurde komplett auf’s Bett befördert und dann Stück für Stück begutachtet, aussortiert, für’s nächste Frühjahr verstaut oder wieder eingeräumt. Mein Ziel war es, mal ganz vernünftig eine Übersicht darüber zu gewinnen, was in meinem Schrank fehlt – ergo: was ich in den nächsten Wochen nähen sollte.
Letztes Jahr hat das ganz wunderbar geklappt. Diesmal war das Ergebnis allerdings nicht so, wie ich es mir erhofft hatte: Von meiner Oh-wie-schön-das-muss-ich-unbedingt-nähen-stricken-häkeln-Liste brauche ich … eigentlich nichts. Weder eine gelbe Jeans (für die der Stoff schon seit Wochen parat liegt) noch ein Mantelkleid (nach diesem großartigen neuen named-Schnitt) noch drei Jacken (für die ich ebenfalls Stoff und Schnitt nur noch aus der Schublade ziehen müsste). Stattdessen fehlen Shirts und Blusen. Das Verhältnis Oberteile:Unterteile:Schuhe liegt bei ungefähr 1:2:10. Das scheint mir nicht ganz ausgewogen.

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Nun gehören Oberteile nicht zu meinen Lieblingsnähaufgaben – Shirts wegen mangelnder Herausforderung, Blusen (zumindest die mit Kragen und Knopfleiste) wegen zu großer Herausforderung. Kurz war ich versucht, doch mal wieder shoppen zu gehen, wurde nach rund 40 Sekunden verkaufsoffenem Sonntag in der Dortmunder Innenstadt aber schnell eines Besseren belehrt.

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Dann also Oberteile. Zum sanften Einstieg habe ich erst einmal begonnen, den UFO-Stapel abzuarbeiten. Schon Anfang des Jahres hatte ich diese Hemdbluse nach einem Schnitt aus der Burda 2/2016 genäht, bin an der Faltung und Platzierung der Brusttaschen verzweifelt und habe vergeblich versucht zu verhindern, dass sich die Kragenenden in unterschiedliche Richtungen biegen (Tipps? Immer her damit!) Am Ende fehlten – wie immer – die Knöpfe. In meiner Kiste befanden sich noch Metallknöpfe, die gut passten. Leider aber nur drei. Bei den verdeckten Knöpfen der verdeckten Knopfleiste ist das ja halb so wild, bei den Knöpfen an der Ärmelmanschette hingegen suboptimal, weshalb ich die Bluse jetzt nur mit hochgekrempelten Ärmeln anziehen kann. Aber immerhin KANN ich sie anziehen. Und Riegel zum Befestigen hochgekrempelter Ärmel halte ich sowieso für eine der großartigsten Erfindungen der Welt.

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Im Nachhinein fiel mir dann auch auf, dass der zweite Knopf von oben zu tief sitzt und der Ausschnitt daher etwas gewagt ist. (Ich erspare Euch an dieser Stelle die lustigen Wortspiele zum Thema „Vorbeugen“, die mir gerade einfallen.)

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Was ich an der Bluse wirklich sehr mag, ist der Baumwollstoff. Soweit ich mich erinnere, war das ein Rest vom Karstadt-Schnäppchen-Tisch. Dabei hat er ein tolle Qualität – relativ dicht und schwer, aber ganz weich. Und die Farbe erst, hach … Okay, ein bisschen frühlingshaft vielleicht. Aber hat nicht irgendein weltbekannter Designer neulich erst gesagt: „Mint ist das neue Khaki“?

Herbstliche Grüße vom Shirt-Fließband
Christine

PS: Beim MeMadeMittwoch zeigt Susanne heute unter anderem ein Ringelshirt Das kommt bei mir als nächstes dran.

17 Kommentare zu “Mint – die Farbe der Vernunft

  1. Ein schöner Schnitt, ein toller Stoff, Superfarbe und steht dir ausgezeichnet – also was willst du mehr?
    LG Milan

  2. Ani Lorak

    Schöne Bluse und mit Strickjacke, Blazer etc in den Herbst als Farbtupfer zu retten. Gefällt mir. Habe hier auch noch ein Bluse, die nicht getragen wird, da ich noch Knopflöcher nähen und Knöpfe annähen muss… Hach, sollte ich mal tun. Gehe dann mal die Knöpfe suchen…wo habe ich die hingelegt…

  3. Dein Kampf mit der Bluse hat sich gelohnt; sie sieht wunderbar aus und die Brusttaschen sind dort, wo sie hingehören.
    Hast du den Kragen mit Einlage bebügelt ?
    LG von Susanne

  4. Die Bluse gefällt mir so gut an dir, dass ich sie trotz deiner ganzen Aufzählungen auf meine To-sew-Liste gesetzt habe. Schließlich ist das Endergebnis total schön!

    Liebe grüße vom Deich
    Claudia

  5. Da hat sich doch das UFO-abarbeiten gelohnt. Eine wirklich schöne Bluse! Liebe Grüße, Frieda

  6. Schön, wenn Vernunft so toll aussieht! Das Mint steht dir super und spätestens wenn der Herbst grau wird, wirst du die fröhliche Farbe lieben. Lg, Zuzsa

  7. Hallo Christine! Wunderbar, dass du der Ufo-Bluse eine zweite Chance gegeben hast! Lässig und chic zugleich und mint steht dir sehr gut! Und übrigens zum Thema verkaufsoffener Sonntag… ich musste herzhaft über die 40 Sekunden lachen 🙂 Ich habe mir nämlich letzten Samstag die volle Dröhnung Dortmunder Innenstadt gegeben, allerdings nur zum Schuhe kaufen, den Rest nähe ich mir vorerst dann weiter selber, und meistens auch passend zur capsule wardrobe 🙂
    Liebe Grüße
    Dani

    • Haha, Schuhe wollte ich eigentlich auch kaufen, aber da hat der Blick durch die Schaufensterscheibe schon gereicht, um schnell wieder umzudrehen. Dabei bräuchte ich dringend noch ein paar braune Stiefel, denn die fehlen tatsächlich noch im gut ausgestatteten Schuhschrank 😉
      Liebe Grüße!

  8. Das ist eine tolle Bluse, der man gar nicht anmerkt, dass sie sich so unkooperativ verhalten hat… Das Ergebnis ist sehr schick geworden! Viele Grüße von Mrs Go

  9. Hallo Christine,
    auch ich musste über 40 sek. schmunzeln. zum schoppen nehmen wir lieber urlaub für montag vormittag(tsssss…insider-tipp:-)))))
    ich finde den blusen schnitt super, schon von der ersten sekunde des erscheinens der ausgabe. mit farbe mint ist ds super schön! was zu deinem kragen problem führt kann ich erstmal nur vermuten,da ich an einer stelle im steg eine welle im kragen sehe,die ich als untüpysch erachte. also,wenn du haar genau kurven vom ausshcnitt und dem steg beachtet hast, könnt es eventuell an der zu starken verrstärkung der knopfleiste und/oder stegs liegen. wenn der stoff leicht ist versuche ich sehr dünne einlage zu verwenden und eventuell nur einseitig,um das alles nicht zu schwer zu machen für einen leichten stoff.

    • Danke für den Hinweis. Die Einlage war zwar recht dünn, der Stoff dafür aber umso dicker, vielleicht ist das ganze deshalb etwas wulstig geworden. Und ich befürchte, dass ich auch nicht haargenau genug gearbeitet habe.
      Liebe Grüße!

  10. Hallo, ein toller Blog und eine wunderschöne Bluse.
    Viele Grüße Jana

  11. Ich bin eindeutig uneingeschränkt Fan deiner Bluse! Und zwar vor allem wegen der Farbe UND der beneidenswert perfekt genähten Taschen (siehst du meine Verbeugungen angesichts dessen ;)?). Ein voller Erfolg für den Start der Caspule-Näherei! (Ich zwing mich übrigens genau zum Gegenteil, nämlich zum Hosen nähen.)

    Liebsten Gruß, Sophie (und liebsten, LIEBSTEN Dank fürs Verlinken, kann’s noch gar nicht fassen :)!)

  12. Liebe Christine, ich finde die Bluse wirklich schön. Und mal ehrlich: steht der Kragen nicht auch bei den meisten Kaufblusen komisch ab!? Ich glaube, dass man seinem selbst genähten oft viel zu kritisch gegenüber steht. Gekaufte Teile sind meist um Welten schlechter verarbeitet…
    Ich wusste gar nicht, dass du auch aus dem Großraum Dortmund kommst!? Ich bin begeistert…
    Ganz liebe Grüße, Lena

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