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Einfach nur grau – Raglan-Sweatshirt ohne Gedöns

Graues Sweatshirt - Burda - Schneidersitz

Ab und zu finde ich mich in einem merkwürdigen Dilemma wieder. Ich nähe meine Kleidung nicht, weil mir Klamotten aus dem Laden nicht passen oder nicht gefallen. Und ich habe mir auch kein Kaufverbot auferlegt (obwohl ich dieses Jahr tatsächlich außer Unterwäsche noch nichts zum Anziehen gekauft habe). Ich nähe, weil ich es kann. Klingt etwas platt, ist aber so. Ich habe Spaß daran und freue mich, wenn etwas Gutes dabei herauskommt oder wenn ich etwas Neues dazulerne. Mitunter führt das aber zu absurden Situationen.

Zum Beispiel wollte ich schon seit einer Weile ein graues Sweatshirt haben, ein ganz einfaches, schlichtes. Im Laden dachte ich mir: „Ja, nee, so etwas einfaches, schlichtes muss ich ja echt nicht kaufen. Das kann ich doch ruckzuck selbst nähen.“ – Wieder zuhause (mit dem passenden Stoff): „Ja, nee, so ein schlichtes, einfaches Shirt hätte ich ja auch im Laden kaufen können. Also wenn ich das jetzt schon selber nähe, dann …“

Graues Sweatshirt - Burda - Schneidersitz

Ungefähr so ging es weiter:

„Ich müsste wenigstens einen neuen hippen Schnitt von einem coolen Indielabel nehmen. Wenn diesen Monat schon Grau bei den 12 Colours of Handmade Fashion dran ist, dann will ich das Ding schließlich auch auf dem Blog zeigen. Und da laufe ich doch nicht mit einem der 1000 Sweatshirtschnittmuster aus einer alten Ausgabe meiner 08/15-Nähhefte auf. Obwohl. Wieso sollte ich mir noch ein 1001. Sweatshirtschnittmuster zulegen? Was soll’s. Nimmste halt Burda.“ —

„Ich könnte aber wenigstens mit einem besonderen Stoff glänzen: grau mit Muster oder mit Glitzer. Oder Muster an den Ärmel, Glitzer vorne, Spitze hinten und dann noch so Kunstleder-Patches. Und die Bündchen in ner Kontrastfarbe. Ooooder der stinknormale Uni-Sweat, den ich schon dafür gekauft habe. Geht auch.“ —

„Zwischen die Raglannähte würde noch gut ne Paspel passen. Oder auch nicht.“ —

„Aber farbige Covernähte müssen sein. Ach ja, ich habe ja gar keine Covermaschine. Ebensowenig wie einen Plotter. Dann eben ohne.“

Graues Sweatshirt - Burda - SchneidersitzJetzt habe ich ein unspektakuläres Sweatshirt – genauso wie ich es von Anfang an haben wollte. Was das Tolle daran ist: Ich weiß, ich könnte Mustermix-Kontrastgarn-Pullis mit Special Effects nähen. Aber ich weiß auch, das Mustermix-Kontrastgarn-Pullis nicht zu meinem Stil passen. Denn der sieht halt manchmal so aus, als könnte man ihn auch im Laden kaufen.

Schöne Grüße

Christine

PS: Inspiriert zu diesem Post hat mich die Diskussion über den „Anspruch, dass Selbstgenähtes wie Gekauftes aussieht“, die Katha vor kurzem auf ihrem Blog Bananenmarmelade angeregt hat.

PPS: Es ist zwar schon November, aber ich reihe mich mal noch unter den grauen Eminenzen vom Oktober bei den 12 Colours of Handmade Fashion von Tweed & Greet ein.

PPPS: Beim MeMadeMittwoch geht es heute um Alltagskleidung.  Passt.

 

Etwas in Grau

Graues Sweatshirt - Burda - Schneidersitz

Sweatshirt, neu genäht
Schnitt: Nr. 102 aus Burda Style 1/2017, zwei Nummern kleiner als laut Maßtabelle (und trotzdem noch riesig)
Material: Baumwoll-Sweat von Karstadt in Dortmund

Outfit mit grauem Sweatshirt

Farbpalette Grau - Blau - Silber

Jeans: H&M (uralt), Schuhe: gekauft bei Ultimo in Dortmund; Ohrringe: gekauft bei La Seda in Dortmund

Outfit mit grauem Sweatshirt

Farbpalette Grau - Orange -Gold

Blazer: selbstgenäht, hier gezeigt, Jeans: G-Star, Schuhe: Tamaris, Kette: selbstgebastelt

Outfit mit grauem Sweatshirt

Farbpalette Grau - Rot - Cognac

Rock: selbstgenäht, hier gezeigt; Schuhe: Görtz; Schal und Mütze: selbstgestrickt

Da ist ein Mantel im Anzug! – The Refashioners 2017

Mantel Refashion aus Nadelstreifen-Anzug

Was ich am Nähen am meisten mag, ist das Experimentieren. Neue Schnitte, ungewohnte Materialien, anspruchsvolle Techniken ausprobieren. Nicht immer geht das Experiment gut aus. Das ein oder andere Kleidungsstück passt auch nach dem dritten Rettungsversuch nicht (zu mir) und wird verschenkt, gespendet oder schlimmstenfalls in die Tonne geworfen (kommt zum Glück sehr selten vor). Schade, wieviel Zeit, Mühe, Geld dann letztlich investiert wurde, um am Ende nur auf einem immer größeren Berg aus Altkleidern zu landen. Umso schöner finde ich die Idee, aus dem, was anderen nicht (mehr) passt, etwas Neues zu machen. So richtig rangetraut habe ich mich an solche Refashion-Geschichten bisher aber nicht. Für dieses Jahr hatte ich mir deshalb ganz fest vorgenommen bei der Aktion The Refashioners mitzumachen, die Portia von Makery initiiert. Weiterlesen

Herbstliche Shorts und Tipps für‘s Zuschneiden von Karo-Stoffen

Karierte Chataigne-Shorts

Teil 2 meiner Herbstgarderobe steht: schön warme Shorts aus karierter Wolle. Die waren eigentlich meine erste Idee für den Orange-Beitrag zu den 12 Colours of Handmade Fashion im September. Aber wie das so ist, wenn man zu genaue Vorstellungen hat, gestaltete sich die Suche nach Stoff und Schnittmuster recht schwierig und das Projekt wurde nicht rechtzeitig fertig. Den fast perfekten Stoff fand ich schließlich bei Alfatex – reduziert von superteuer auf teuer, aber immerhin 100 % Wolle, und für Shorts braucht man ja auch nicht so viel. Weiterlesen

Orange is the new Dunkelblau – Oversize-Blazer aus Cord

Blazer aus Cord in Orange - Schneidersitz

Orange war bisher eine Farbe, die in meinem Schrank so gut wie gar nicht vorkam. Die einzigen Ausnahmen sind eine kleine Handtasche (die ich nur sehr selten trage), ein Gürtel (der bei einer gekauften Hose dabei war), eine Yogaleggings und das Muster meines Bikinis. Bisher war ich immer der Meinung, dass mir Orange wirklich so gar nicht steht. Weil ich ja ein Sommertyp bin und Orange nur was für Herbsttypen ist und so.Weiterlesen